Vorwort
Dem Schachclub eine Chronik hinzuzufügen heißt, ihm eine Seele zu geben! (Cicero, Text geändert)
Liebe Schachfreunde,
Diese Chronik erfasst nicht nur Daten und Fakten über unseren Schachclub, sondern darüber hinaus hauptsächlich die von Schnaitheim seit der Dokumentation in der „Gardnerschen Landkarte“ von 1592, und einige Daten zum besseren Verständnis auch von Heidenheim seit der Eingemeindung im Jahre 1910.
Heidenheim ist die Gemeinde, die die Arbeitsplätze stellt und damit die Voraussetzung für Einkommen schafft, und Schnaitheim stellt die Arbeitnehmer mit Herz und Verstand, die diese Arbeitsplätze mit Leben ausfüllen und Industrie und Handel zum Blühen und Reichtum bringen, wovon jede Seite partizipiert, zum Wohle der beiden Gemeinden und deren Familien.
Da der Mensch aber nicht nur lebt, um zu arbeiten, sucht er auch das Vergnügen. Einige Gleichgesinnte tun sich zusammen, gründen einen Verein und gehen ihrer Lieblingsbeschäftigung nach.
Das führte auch in den „Fünfziger Jahren" zur Gründung unseres Schachclubs.
Deshalb wollen wir den Gründern und ehrenamtlichen Funktionären von Herzen danken, denn sonst säßen wir heute nicht an diesem schönen Ort in so trauter Runde beieinander.
Diese Chronik soll nicht nur ein Nachschlagewerk für uns alle sein, sondern ich möchte mit diesem Werk gleichzeitig unseren Vorstandsmitgliedern in unserer aller Namen danken, daß sie unseren Club 60 Jahre geführt und zu dem gemacht haben, was er heute ist: Ein mit pulsierendem Leben erfüllter Verein, mindestens 20 schachbegeisterte Jugendliche und 25 Mitglieder der mittleren und älteren Generation, die sich von diesem Euphorismus anstecken lassen und fleißig mitmachen!
In diesem Sinne wünsche ich dem Schachclub, seinen Mitgliedern und deren Angehörigen für die Zukunft alles Gute, viel Erfolg beim Spiel und vor allem Gesundheit.
Euer Paul Busch
Aus den frühen Jahren
Wie aus dem Titelblatt bereits zu ersehen ist, wurde unser Schachclub am 15.04.1951 gegründet.
Im gleichen Jahr hatte der Verbandstag beschlossen, dem Deutschen Schachbund beizutreten mit der Folge, dass für jedes Mitglied 1,60 DM mehr zu entrichten war. Eine Schachuhr „Olympia” kostete 1956 23,00 DM.
Zu dieser Zeit spielten in der B-Klasse Nord: Königsbronn II, Oberkochen II, Schnaitheim I und Unterkochen I. 1952 wurde die B-Klasse in A Klasse umbenannt.
In dieser A-Klasse Heidenheim wurden folgende Mannschaften gemeldet: Mergelstetten, Königsbronn I, Schnaitheim I, Langenau und Königsbronn II.
Der Verbandsvorstand des Württembergischen-Hohenzollernschen Schachverbandes hatte in seiner Sitzung vom 31.01.1953 beschlossen, der Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen Schachverbände (Baden, Bayern, Hessen, Pfalz) beizutreten.
Das war ein kleiner Überblick aus jener Zeit, als in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg Schachvereine gegründet und in Verbänden zusammengeschlossen wurden.
In dem Gründungsjahr 1951 lag der Schnee im Kreisgebiet meterhoch, so dass der Verkehr auf den Straßen und Bahnlinien tagelang eingestellt werden musste.
Die Gründung unseres Schachclub fiel in eine bewegte Aufbauzeit.
Der 2. Weltkrieg ging 1945 zu Ende. Jetzt mußten alle Hände zupacken, um die Zerstörungen zu beseitigen und mit dem Wiederaufbau zu beginnen.
Aber die Menschen ließen sich trotz des vielen Elends nicht entmutigen.
Die Geselligkeit wurde gepflegt. So lag es nahe, dass sich sechs gleichgesinnte Männer im „Hirsch“ trafen und am 15.04.1951 den Schachclub Schnaitheim aus der Taufe hoben.
Der 1. Vorsitzende war gleichzeitig noch Schriftführer und Kassierer. Diese Arbeit war auch zu bewältigen, denn der Club war noch klein und die „Schreibarbeit” minimal.
Zusammen mit der Gründung des Schachclubs wurde auch eine 1. Mannschaft aufgestellt und dem Verband für die B-Klasse gemeldet. Diese Mannschaft bestand, so wie heute noch, aus 8 Spielern.
Ab September 1951 spielten vom 1. bis 8. Brett: Janisch, Pauer, Weiss, Dr. Kelnar sen., Dr.Rohn, Kräh, Haesner, Hüttl. Ersatzspieler waren: Wagner und Winter.
Weil man in dieser Zeit arg sparen musste, wurde der Pfennig dreimal umgedreht, bevor er ausgegeben wurde.
Am 21.03.1951 wurden 4 Schachbretter aufgezogen, 00,50 DM/Stück.
Man erwarb am 08.05.1951 3 Schachspiele mit Kasten zum Preis in Höhe von 13,50 DM, am 19.06.1951 weitere 2 Schachspiele zum Preis in Höhe von 8,50 DM und am 23.09.1951 nochmals 3 weitere Schachspiele zum Preis in Höhe von 13,50. DM.
Man besaß somit zwar 8 Spiele, aber noch keine Schachuhr.
Eine Rechnung vom 19.05.1956 wies den Kauf von 2 Schachuhren aus für zusammen 46,00 DM.
Bei den Mannschaftspaarungen im Schachbezirk HDH - Aalen vom 11.09.1951 war festgehalten, welcher Verein über wie viele Schachuhren verfügte:
Aalen = 5 Stück, Gerstetten = 2 Stück, Heidenheim = 8 Stück, Königsbronn = 4 Stück, Giengen = 1 Stück, Mergelstetten und Schnaitheim = keine Uhr.
Die Schachvereine brachten bei Bedarf ihre Uhren zu den Spielen mit.
1952 stellte der Schachbezirk HDH - Aalen zur Beschaffung von Uhren insgesamt 120,00 DM zur Verfügung.
Schnaitheim bestellte eine Uhr zum verbilligten Preis in Höhe von 19,00 DM und leistete 15,00 DM als Anzahlung. Es war noch die Zeit des knappen Geldes.
Die Meldegebühr pro Spieler in der A-Klasse betrug 2,00 DM.
Man spielte 45 Züge in 2 Stunden.
1955 hatte unser Schachclub 14 erwachsene Mitglieder und 2 Jugendliche.
1958 war Schacholympiade in München, dazu erwartete der Schachverband eine Spende in Höhe von 1,00 DM/Spieler.
Diese paar Daten und Zahlen sollen den jetzigen Mitgliedern ein Bild aus den Anfängen unseres Schachclubs mit den finanziellen Schwierigkeiten geben, die diese aktiven und passiven Mitglieder zu tragen bereit waren.
Es gab noch keine 35-Stunden-Woche, und das Einkommen war gering.
Wir müssen deshalb dankbar sein, dass sich 1951 Menschen zusammengetan haben, um einen soliden Grundstock für spätere Schachgenerationen zu legen.
An diesem Vermächtnis wollen auch wir weiterhin nach besten Kräften arbeiten, um unseren Schachclub ins 21. Jahrhundert zu führen.